Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig

1860er

Am 30. September 1866 traten 28 Mitglieder des Schleswiger Männer-Turnvereins von 1864 zusammen, um – angeregt durch die Deutschen Feuerwehrvereine – eine Schleswiger Freiwillige-Turner-Feuerwehr zu gründen. In der Satzung hieß es im §1: „Die Freiwillige Turner Feuerwehr ist eine Vereinigung gesunder und kräftiger Männer, welche die Ehrenpflicht übernehmen, sich durch regelmäßige Übungen bei militärischer Disziplin die Gewandtheit, den Muth und die Ruhe anzueignen, welche nötig sind, um bei Feuersgefahr möglichst rasch und in gerechtsmäßiger Weise Hilfe leisten zu können.“ Besondere Verdienste bei dieser Gründung hatten der damalige Vorsitzende des Männer-Turnvereins, der Mineralwasserfabrikant JESSIEN, der Goldschmied KROLL, der Schmied GÖTTSCHE und der Komponist SCHOPP.

Gründungsfoto der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig um 1860

Gründungsfoto der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig um 1860

Schon am 20. Oktober 1866, kaum einen Monat nach ihrer Gründung, mußte sich die Freiwillige Turner-Feuerwehr erstmals bewähren. Es galt, einem Brand in einem Hause auf dem Hesterberg zu bekämpfen. Dieser Einsatz führte zur allgemeinen Anerkennung der Aufgaben der Wehr, so daß durch verschiedene Spenden die Ausrüstung schnell verbessert werden konnte. Der Turner-Feuerwehr standen bereits vier Jahre nach Gründung ein eigenes Steigerhaus, zwei Spritzen, 2 Requisitenwagen mit Zubehör, sowie Schlauchwagen, Steigerausrüstungen, Helme und andere Gegenstände zur Verfügung. Der damalige Leiter der Wehr (ihr Hauptmann) war bis zum Jahre 1894 der Schornsteinfegermeister PESCHKE.

1870er

Bereits seit den Gründerjahren der Wehr spielt auch die Verbandsarbeit eine wichtige Rolle. Am 18. Juni 1867 trat die Schleswiger Wehr dem niedersächsischen Feuerwehrverbande bei. Im Jahre 1872 regte die Schleswiger Feuerwehr die Gründung eines Schleswig-Holsteinischen Verbandes an, der im Jahr 1873 gegründet wurde. Nahezu jährlich fanden Feuerwehrtage statt, auf denen Erfahrungen der einzelnen Wehren ausgetauscht wurden, um ihre Einsatzfähigkeit zu verbessern. In den nächsten Jahren wird die Ausstattung der Schleswiger Feuerwehr immer weiter verbessert. So schenkte die Stadt 1872 der Wehr die dritte Spritze, die im Friedrichsberg untergebracht wurde. Zu einer besseren materiellen Ausstattung kommt eine Erhöhung der Mitgliederzahl bis auf 154 im Jahr 1876. Seit der Zeit ist die Mitgliederzahl nur selten unter 100 gesunken. Am 15. Und 16. August 1875 ist die Schleswiger Wehr Ausrichter des fünften Niedersächsischen Feuerwehrtages. Über 500 auswärtige Feuerwehrmänner und 40 Abgeordnete von Magistraten und Ortsbehörden besuchen Schleswig. Die Schleswiger Wehr führte ein Manöver vor Schloß Gottorf vor, welches, wie überliefert wurde, einen guten Verlauf nahm und bei den Gästen ungeteilten Beifall fand.

1890er

Im Jahr 1894 trat der Goldschmiedemeister KROLL die Nachfolge des Hauptmanns PESCHKE an, der aus Altersgründen sein Amt zur Verfügung stellte. Im Mai 1897 löscht die Wehr unter schwierigen Umständen einen Turmbrand auf Schloß Gottorf. Dies war der Anlaß, über eine Anschaffung einer Dampfspritze nachzudenken. In diesem Jahr wird das neue Spritzenhaus am Erdbeerenberg bezogen. Dieses Haus dient heute immer noch als Gerätehaus der Wehr. Um die Jahrhundertwende wurde erstmals eine Dampfspritze angeschafft. Die Pferde zum ziehen der Dampfspritzen wurden nicht, wie heute die Feuerwehrfahrzeuge, dauernd bereitgehalten. Bei Alarm wurden die Fuhrwerke benutzt, die zuerst eintrafen. Dies wurde durch ein kleines Entgeld für den Besitzer belohnt.

1900er

In den Jahren 1902/1903 wird eine elektrische Feuermeldeeinrichtung in der Stadt Schleswig installiert. Vom Jahr 1905 an wurde der gesamte Feuerlöschdienst ausschließlich durch die freiwillige Turner-Feuerwehr ausgeübt. Zusätzlich existierte eine Pflichtmannschaft, die jedoch keine eigene Feuerwehr bildete. Sie war lediglich zur Hilfeleistung bestimmt. Im Jahr 1906 tritt der bisherige Hauptmann KROLL wegen Krankheit von seinem Amt zurück. Er wird zum Ehrenhauptmann ernannt. Zum neuen Hauptmann wird sein bisheriger Stellvertreter Friedrich LORENZEN gewählt. Im Jahre 1908 wurden anläßlich der Vergrößerung des Wasserwerkes im Rohrnetz der Stadt neue Hydranten eingebaut. Es standen danach 30 Überflur- und 165 Unterflurhydranten zur Verfügung. Die Feuerlöschgeräte wurden in dieser Zeit ebenfalls verbessert: Es wurden einheitliche Kupplungen für sämtliche Schläuche, Strahlrohre, Hydranten und Spritzen eingeführt, das Schlauchmaterial wurde erneuert und vermehrt und 6 neue Hydrantenwagen angeschafft. Außerdem konnten noch zwei Magirus-Leitern (15 Meter und 13 Meter hoch) beschafft werden.

1910er

Mit dem Kriegsausbruch im Jahr 1914 werden 31 Kameraden zum Wehrdienst eingezogen. Die Frauen der eingezogenen Kameraden erhalten finanzielle Zuwendungen aus der Unterstützungskasse, die eingezogenen Kameraden, welche nicht in Schleswig stationiert sind, erhalten mehrere Pakete. Im Protokollbuch ist vermerkt, daß sie in den Jahren 1914/15 „eine zweimalige Zigarrensendung“ erhielten. Die Ausrüstung der Wehr wird in diesen Jahren durch einen Rauchschutz- und Atmungsapperat weiter verbessert.

Dampfspritze von 1910

Dampfspritze von 1900 wie sie beim Dachstuhlbrand von Schloß Gottorf eingesetzt wurde.

Im Jahre 1917 brannte der Dachstuhl des Südflügels von Schloß Gottorf. Da die städtische Wehr bei der Höhe und Größe des Gebäudes dem Feuer nicht gewachsen war, breitete sich der Brand sehr schnell aus. Erst mit den Dampfspritzen der zur Hilfe gerufenen Wehren aus Flensburg und Kiel konnte nach 24-stündiger Arbeit der Spritzenmannschaften der Brand gelöscht werden. Der ganze Südwestteil des Schlosses, der linke Südflügel und der Westflügel einschließlich Turm waren vom Feuer zerstört. Am 17.8.1918 brennt das Magazin auf dem Proviantamt Hesterberg. Die Berufsfeuerwehr Flensburg unterstützt die Schleswiger Feuerwehr mit einer Motorspritze.

1920er

Die Notwendigkeit einer eigenen Motorspritze wurde immer deutlicher und so wurde im Jahr 1919 für die Freiwillige Feuerwehr Schleswig die erste Motorspritze angeschafft, am 28. Juli 1925 konnte schon die zweite Motorspritze in Betrieb genommen werden. Im Jahre 1929 kann die erste Großübung mit der von der Heeresverwaltung angeschafften 25 Meter langen Leiter durchgeführt werden.

1930er

Das Musikkorps der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig wurde bis 1931 vom Kapellenleiter WORTHMANN geführt. Nach dessen Rücktritt im Jahr 1931 wird beschlossen, das Musikkorps aufzulösen. Im Jahre 1933 wird der Antrag eines Feuerwehrkameraden, daß sich die Wehr auf den Boden der jetzigen nationalen Regierung stellen müsse, mit Bedenken angenommen. Daraufhin beschließt das Kommando einstimmig seinen Rücktritt. Hauptmann Arthur RAUCH wird zum neuen Wehrführer gewählt. Der bisherige Hauptmann LORENZEN wird zum Ehrenhauptmann ernannt.

1940er

In den Kriegsjahren war die Schleswiger Feuerwehr durch die Einberufung aller jungen Kameraden wesentlich kleiner geworden. Von 1940 an wurden Männer zur Feuerwehr zwangsverpflichtet. Die größten und wohl auch härtesten Bewährungsproben bestanden die Freiwillen Feuerwehren in Tausenden von Einsätzen in den Bombennächten und nach Bombenangriffen des zweiten Weltkrieges. Die Schleswiger Wehr rückte sogar bis nach Kiel und Hamburg aus. Am 1. Juni 1945 übernahm Friedrich BARTHEIDEL die Führung der Freiwilligen Feuerwehr. Die Zwangsverpflichtungen hörten auf und so begann Friedrich Bartheidel wieder mit dem Aufbau einer Freiwilligen Feuerwehr. Für zwei Jahre versah er den Posten des Wehrführers, dann übernahm er die Position des Kreisbrandmeisters. Da es neue Uniformen nicht gab, wurden für neue Kameraden alte Polizeiuniformen neu gefärbt und so als Feuerwehruniformen verwendet. Gerätehäuser befanden sich zu dieser Zeit am Gallberg, am Domziegelhof und im Friedrichsberg am Erdbeerenberg. Die Ausstattung mit Fahrzeugen sah wie folgt aus:

Löschzug 1 (Gallberg)

  • Drehleiter (16 Meter Länge, Leiter aus Holz gefertigt)
  • Löschgruppenfahrzeug (LF8)

Löschzug 2 (Lollfuß)

  • Löschgruppenfahrzeug (LF8)
  • Tragkraftspritzenanhänger

Löschzug 3 (Friedrichsberg)

  • Löschgruppenfahrzeug (LF16) mit 800 Liter Wasservorrat
  • Löschgruppenfahrzeug (LF8)

Besonders der Löschzug 3 rückte häufig zu Einsätzen in Nachbargemeinden Schleswigs aus. Durch das LF16 mit dem Wasservorrat konnte dort schnell und wirkungsvoll geholfen werden. Am 20. August 1948 wurde der bis dahin kommissarisch eingesetzte Wehrführer, der Leiter des Ordnungsamtes, Jacob MOHR als Wehrführer gewählt. Durch das nach dem Krieg neu geschaffene Gesetz über den Feuerschutz in Schleswig-Holstein vom 3.12.1948 wurde der Feuerschutz wieder eine echte Selbstverwaltungsangelegenheit der Gemeinde. Die Freiwilligen Feuerwehren werden zu kommunalen Einrichtungen, die zur Übernahme ihrer hoheitlichen Aufgaben der Anerkennung durch die Aufsichtsbehörde bedürfen.

1950er

In den Nachkriegsjahren waren viele Wohnungen überbelegt. Es wurden viele Behelfsfeuerstellen eingerichtet; dadurch kam es zu vielen Brandeinsätzen für die Schleswiger Wehr. Dank der Schnelligkeit der Einsätze konnten größere Feuer verhindert werden. Das erste neue Tanklöschfahrzeug nach dem Krieg.

Tanklöschfahrzeug

Das erste neue Tanklöschfahrzeug nach dem Krieg.

Der Bedarf für ein neues Tanklöschfahrzeug wurde immer deutlicher und so wurde es 1952 bewilligt und 1953 geliefert. Dies war die erste Neuanschaffung für die Schleswiger Wehr nach dem Krieg. Es handelte sich um ein TLF-16 mit 95 PS, welches dem Löschzug 1 am Gallberg zur Verfügung gestellt wurde. Im Alarmfall schaffte es die Steigung am Gallberg mit immerhin 18 bis 20 km/h. Dieses Fahrzeug wurde später zum Löschzug 2 in den Lollfuß verlegt; dann nach Borgwedel verkauft und ist auch heute noch, im Jahre 1991, allerdings nur in einem Kiesgrubenbetrieb, „im Einsatz“. Im Alarmfall kommen heute die Kameraden entweder mit dem eigenen Wagen oder auf „Schusters Rappen“ zum Gerätehaus. Damals – im Jahre 1953 – gab es viel Aufregung um die unentgeldliche Mitnahme der Feuerwehrkameraden mit den Stadtbussen im Alarmfall; denn PKWs waren damals selten, viele Feuerwehrkameraden hatten damals nicht einmal ein Fahrrad und waren so auf den Bus auch im Alarmfall angewiesen. Landesfeuerwehrtag19541954 fand in Schleswig der Landesfeuerwehrtag statt. 10000 bis 12000 Kameraden aus dem ganzen Land wurden erwartet. Dies stellte die Feuerwehr vor große organisatorische Probleme, die aber zur Zufriedenheit aller Beteiligten gelöst werden konnten. Zum Abschluß des Landesfeuerwehrtages wurden an der Schlei Wasserspiele durchgeführt: 40 Tragkraftspritzen mit je 6 Rohren waren in Aktion, die Fahrzeugscheinwerfer strahlten die Fontänen an, durch Farbfolien konnten sogar noch besondere Effekte erzielt werden. Für die Kameraden der Schleswiger Wehr gab es aus Anlaß des Landesfeuerwehrtages neue Mützen, die sogenannten Skimützen. Im Jahre 1955 muß Oberbrandmeister J. MOHR aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst als Wehrführer aufgeben. Neuer Wehrführer wurde Hartwig JESSEN. Seine erste Amtshandlung war, den bisherigen Wehrführer MOHR zum Ehrenmitglied zu ernennen. Hartwig Jessen sollte bis zum Jahre 1985 der Wehrführer der Schleswiger Freiwilligen Feuerwehr bleiben. Im Jahre 1957 konnte die Stadt eine neue Drehleiter beschaffen. Es handelte sich um eine 30 Meter lange Leiter aus Aluminium. In den folgenden Jahren entwickelt sich der Einsatz der Wehr bei Verkehrsunfällen zu einem wichtigen Aufgabengebiet. So wurden 1959 die ersten Schneidbrenner für die Ausrüstung der Wehr beantragt.

1960er

Fahrzeugpark aus dem Jahre 1966.

Fahrzeugpark aus dem Jahre 1966.

Großeinsatz bei der Firma Saar & Kähler im Friedrichsberg. Dieser Einsatz gehörte zu den größten und schwersten, den die Wehr in den Nachkriegsjahren zu meistern hatte. Bei diesem Einsatz bewährt sich zum ersten Mal die von der Stadt neu eingerichtete Rundsteueranlage zur Alarmierung der Feuerwehrkameraden. Diese Alarmierungsform ist bis heute (1991) beibehalten worden: Im Haus eines jeden Kameraden wird eine Klingel installiert. Im Alarmfall werden Impulse in das Stromnetz gegeben, die von einem Empfangsgerät erkannt werden. Daraufhin wird automatisch die Klingel in Gang gesetzt. Eine Lampe zeigt während des Einsatzes, daß Alarm Ausgelöst wurde, so daß ein Kamerad auch später erkennen kann, daß ein Alarmfall vorliegt. 1962, im Februar, muß die Schleswiger Wehr während der Sturmflut einen Tag an der Nordsee (in Westerhever) an der Deichverstärkung mitarbeiten. In diesem Jahr erhält der Löschzug 2 sein neues Gerätehaus im ehemaligen Sudhaus im Lollfuß. Der Löschzug 3 baut an sein Gerätehaus –größtenteils in Eigenleistung- einen Schulungsraum an. Auf der Kommandositzung am 4. April 1963 wurde beschlossen, die Möglichkeit einer Partnerschaft mit der Feuerwehr in Schleswigs Partnerstadt Mantes-la-Jolie auszuloten. Schon im gleichen Jahr kam es zu einem ersten Besuch der Kameraden aus Mantes-la-Jolie in Schleswig. Ein Gegenbesuch folgte schon im nächsten Jahr und bis heute treffen sich Kameraden der Schleswiger Freiwilligen Feuerwehr mit ihren Kameraden aus Mantes-la-Jolie regelmäßig. Im Jahre 1966 feierte die Wehr 14 Tage lang mit der Schleswiger Bevölkerung ihr 100-jähriges Bestehen. 2 Jahre Vorarbeit waren nötig damit die Feuerwehr 14 Tage lang auf dem Lollfußer Schützenplatz feiern konnte. Umzüge durch die Stadt und die wohl unvergeßlichen Wasserspiele auf der Schlei und der Festball im ‚Hohenzollern‘ waren die Höhepunkte der Feierlichkeiten. Zur Finanzierung trug die Stadt Schleswig mit einem Groschen pro Mitglied und Jahr bei.

1970er

Rüstwagen 1072

Das RW-2/Öl wird zur technischen Hilfeleistung eingesetzt.

1971 besuchte der damalige Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Dr. Schlegelberger, die Schleswiger Wehr. Durch die Zunahme des Straßenverkehrs und den Bau der Autobahn wurde die Anschaffung eines Rüstwagens für die Schleswiger Wehr gefordert. Als er dann endlich im Jahre 1972 abgeholt werden kann, mußten die Kameraden, die ihn vom Werk abholten feststellen, daß das Fahrzeug nahezu ohne Beladung geliefert werden sollte. Nicht einmal Feuerlöscher waren im Fahrzeug, so daß auf der Fahrt nach Schleswig nicht einmal die dringendste Hilfe bei einem Unfall hätte geleistet werden können. Ein Telefonat mit dem Zugführer ermöglichte dann doch noch den Erwerb einiger Feuerlöscher für das Fahrzeug. In den folgenden Jahren wurde das Fahrzeug nach und nach ausgestattet und auf dem neuesten technischen Stand gehalten. Der Rüstwagen wurde dem Löschzug 3 im Friedrichsberg zugeordnet. Er rückte und rückt zu vielen Einsätzen der technischen Hilfeleistung aus. Die Einsätze in der näheren Umgebung Schleswigs sind aber weniger geworden, seitdem die Nachbarwehren ebenfalls mit Geräten zur technischen Hilfeleistung ausgestattet wurden. Bedingt durch den erhöhten Raumbedarf für die Fahrzeuge war eine Erweiterung der Fahrzeughalle im Friedrichsberger Gerätehaus erforderlich. Der Anbau wurde 1976 –wieder größtenteils in Eigenleistung der Kameraden- durchgeführt. Immer wieder stellten sich einzelne Züge der Wehr Leistungsbewertungen, um ihren Ausbildungs- und Leistungsstand unter Beweis zu stellen. Besonders hervorgehoben werden sollen die Jahre 1973 und 1976. In diesen Jahren stellten sich alle Löschzüge Leistungsbewertungen und konnten sie mit Erfolg abschließen. Im Jahr 1977 wurde eine Partnerschaft mit der Feuerwehr in Veile (Dänemark) vereinbart. Während der sogenannten Schneekatastrophe zur Jahreswende 1978/79 waren die Kameraden 2 Tage lang nahezu ununterbrochen im Einsatz, um hilflose und hilfsbedürftigen Menschen zu helfen, um durch den Oststurm hervorgerufene Hochwasser vollgelaufene Keller leerzupumpen und um am Hubschrauberlandeplatz im heutigen Alleestadion Feuerwachen zu leisten. Das Jahr 1979 war mit 194 Einsätzen für die Freiwillige Feuerwehr ein besonders ereignisreiches Jahr.

1980er

Die neu angeschaffte Drehleiter des Typs DL 30 konnte wegen ihrer Größe in keinem Gerätehaus untergebracht werden. Daher stand sie bis zur Errichtung des neuen Gebäudes für den Löschzug 1 der Schleswiger Wehr im Jahre 1980 in der Bushalle am Stadtfeld. Am 3.9.1983 feiert die Stadt Schleswig das 25-jährige Bestehen der Städtefreundschaft mit Mantes-la-Jolie in der Kreissporthalle. Die Schleswiger Feuerwehr war maßgeblich an der Ausgestaltung der Feierlichkeiten beteiligt.

Abschiedsgeschenk Jessen

Hartwig Jessen bekommt von seinem stellvertretenden Wehrführer Theodor Mackrott ein Abschiedsgeschenk überreicht.

Im Jahre 1985 tritt der Wehrführer Hauptbrandmeister Hartwig JESSEN nach 30-jähriger Amtszeit auf eigenen Wunsch von seinem Amt zurück. Zum neuen Wehrführer wird Marquard JESSEN gewählt. Am 6. September 1985 wird Hartwig Jessen als Dienstältester Wehrführer Schleswig-Holsteins verabschiedet. An den Feierlichkeiten auf dem Rathausmarkt und an der ‚Schleihalle‘ nehmen der Bürgermeister Heinz Bartheidel, der stellvertretende Kreisbrandmeister Hans Heinrich Jacobsen sowie Abordnungen der Feuerwehren aus Mantes-la-Jolie und aus Veijle teil. Hartwig Jessen wird zum Ehrenwehrführer berufen. Die Jahre seit 1985 waren gekennzeichnet durch eine beständige Einsatzbereitschaft der Wehr, durch Erhaltung und durch Erneuerung des technischen Gerätes. So konnten im Jahre 1988 nach vielen Schwierigkeiten endlich für alle Fahrzeuge Funkgeräte für das 4 Meter Band beschafft werden. Für den Löschzug 1 ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 16/25. Das alte TLF wurde von der Fa. Rolf Sörensen in Busdorf kostenlos überholt und dann im Dezember 1990 der Freiwilligen Feuerwehr in Waren übergeben. Als besonderer Einsatz ist der Einsatz während und nach dem Regen am 7.8.1989 zu nennen. In kurzer Zeit fielen 85 Liter pro Quadratmeter Niederschlag, so daß viele Straßen knietief unter Wasser standen und viele Keller mit Wasser voll liefen. Zu diesem Einsatz wurden die Nachbarwehren Schleswig um Hilfe gebeten, um die Vielzahl der Einsätze überhaupt bewältigen zu können.

1990er

Mit Diane Wilke wurde in der Jahreshauptversammlung im Jubiläumsjahr 1991 die erste Frau in die Schleswiger Freiwillige Feuerwehr aufgenommen.

In diesem Jahr wird damit begonnen, das Alarmierungssystem der Freiwilligen Feuerwehr auf moderne Meldeempfänger umzustellen. Man hofft, die notwendigen Beschaffungen innerhalb der kommenden 3 Jahre abschließen zu können, so daß die Rundsteueranlage, die seit 1960 die Kameraden alarmiert, in den wohlverdienten „Ruhestand“ versetzt werden kann.

(Aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig zum 125-jährigem Bestehen 1991)

1991
125 Jahr Feier der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig auf den Königswiesen. Unter der Teilnahme zahlreicher Gäste, unter anderem auch aus den Feuerwehren der Partnerstädte Vejle und Mantes la Joulie war dies ein alles in allem sehr gut gelungenes Fest.

1992
Gründung der Jugendfeuerwehr Schleswig im Ständesaal des Rathauses. Erster Jugendfeuerwehrwart wird Kamerad Holger Montag. Sie teilt sich ihre Unterkunft im Gerätehaus im Lollfuß mit dem Löschzug 2.

1995
Der Löschzug 3 erhält ein neues Tanklöschfahrzeug vom Typ TLF 16/25.

1996
Doppelter Grund zur Freude für den Löschzug 3. Ein neuer Einsatzleitwagen vom Typ ELW 1 und ein neuer Schlauchwagen vom Typ SW 2000 Tr werden zeitgleich in Dienst gestellt.

1997
Dieter Rades wird neuer Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig. Sein Vorgänger Marquard Jessen wird zum Ehrenwehrführer ernannt.
Der Löschzug 3 erhält einen neuen Rüstwagen, RW 2.

1998
An den Löschzug 2 wird ein neuer Einsatzleitwagen ELW 1 übergeben.

1999
Der Löschzug 2 erhält als Nachfolger für das alte LF 16 ein Tanklöschfahrzeug TLF 16/25.

2000er

2002
Die Jugendfeuerwehr Schleswig feiert im Ständesaal des Schleswiger Rathauses ihr 10jähriges Jubiläum.
Gleich zwei neue Einsatzfahrzeuge werden an die Schleswiger Feuerwehr übergeben. Die Löschzüge 2 und 3 erhalten jeweils (als Ersatz für ihre alten LF8) ein Löschgruppenfahrzeug LF8/6. Das alte LF 8 des Löschzug 2 geht an die Jugendfeuerwehr Schleswig. Diese verfügt nunmehr über zwei Fahrzeuge, einem MTW und einem LF 8.

2003
Der Löschzug 1 erhält eine neue Drehleiter DLK 23/12. Die alte Drehleiter wird an die Freiwillige Feuerwehr Glücksburg verkauft.

2004
Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schaalby wechselt zur Freiwilligen Feuerwehr Schleswig.

2006
Die Löschzüge 1 und 2 fusionieren zum Löschzug Altstadt. Aus dem Löschzug 3 wird der Löschzug Friedrichsberg. Das Gerätehaus im Lollfuß wird nunmehr alleine von der Jugendfeuerwehr genutzt.

2008
Sönke Schloßmacher wird zum neuen Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Schleswig gewählt. Im Anwesenheit zahlreicher Gäste, unter anderem von den Feuerwehren unserer Partnerstädte aus Mantes la Joulie und Vejle wird die Kommandoübergabe vor dem Gerätehaus des Löschzug Altstadt in der Königstraße vollzogen.
Dieter Rades wird zum Ehrenwehrführer ernannt.

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